Krisenresistenz im E-Commerce: Diese deutschen Online-Shops suchen jetzt das meiste Personal

Bereits seit Jahren verstärkt sich der Trend zum Online-Shopping, die Corona-Pandemie hat dieser Tendenz zusätzlichen Aufwind verschafft. E-Commerce geht als einer der wenigen Gewinner aus der Krise hervor.
Während viele Branchen unter der Corona-Pandemie leiden, suchen viele Unternehmen im E-Commerce weiter Personal (Foto: Clem Onojeghuo)
Foto: Clem Onojeghuo
  • Amazon-Marktplatz-Agentur Nethansa untersucht Anzahl der Stellenanzeigen von 20 der führenden Online-Shops in Deutschland
  • Amazon und Lidl suchen aktuell die meisten neuen Mitarbeiter
  • Eine Vielzahl der Unternehmen setzt beim Recruiting auf hauseigene Jobbörsen statt Ausschreibungen auf Jobplattformen

Der Trend zum Online-Shopping war bereits vor der Pandemie stark ausgeprägt und erhält in der Corona-Pandemie zusätzlichen Aufwind. Heißt das, dass Unternehmen im Bereich E-Commerce zusätzliche Stellen schaffen? Nethansa hat jetzt anaylsiert, wie stark sich die Verschiebung auf die Suche nach neuen Mitarbeitern auswirkt. Dafür haben wir an fünf Arbeitstagen 20 der führenden Online-Handelsunternehmen Deutschlands auf die Anzahl ihrer Stellenausschreibungen untersucht. Die Analyse erfolgte mithilfe der Job-Plattformen Adzuna und StepStone sowie der unternehmenseigenen Jobbörsen. 

Auch bei der Zahl der offenen Stellen liegt Amazon klar vorne.

Online-Shops: Freie Stellen in zehn der führenden Unternehmen

Das Ergebnis: Auf beiden Jobsuchmaschinen schaltete der E-Commerce-Gigant Amazon die meisten Stellenanzeigen (im Schnitt über 2.000 Jobs täglich). Weit abgeschlagen, aber auf dem zweiten Platz, liegt die Otto GmbH (im Schnitt 106 Stellen) und nur knapp 30 Stellen weniger bot Zalando (im Schnitt 71 Stellen) an. Deutlich weniger Stellenanzeigen schalteten Bonprix (im Schnitt 29 Stellen) und ABOUT YOU (im Schnitt neun Stellen). 

Auch Lidl investiert stark in neue Mitarbeiter im Bereich E-Commerce.
Auch Lidl investiert stark in neue Mitarbeiter im Bereich E-Commerce.

Online und stationär: Lidl verstärkt sein Personal

Eine Vielzahl der führenden Online-Händler verfügen auch über ein breites Angebot im stationären Handel. Zu den Marktführern dieser Kategorie zählt in Deutschland die Lidl Stiftung & Co. KG: Der Konzern schrieb im Untersuchungszeitraum durchschnittlich über 8.800 Stellen aus. Auch IKEA (über 350 Jobs) und Tchibo (mehr als 200 Arbeitsplätze) gehören zu den führenden Unternehmen. Weitaus weniger Stellen gab es bei der Parfümerie Douglas (55) und Saturn (25). 

Viele E-Commerce-Unternehmen setzen bei der Jobsuche auf eigene Stellenbörsen.
Viele E-Commerce-Unternehmen setzen bei der Jobsuche auf eigene Stellenbörsen.

Anbieter werben auf Homepages um Mitarbeiter  

Mit Ausnahme von Amazon nutzten die untersuchten Unternehmen bevorzugt ihre hauseigenen Jobbörsen zum Recruiting: So schrieben Zalando und ABOUT YOU auf den eigenen Websites je rund 200 Stellen aus, die Otto GmbH rund 140 freie Arbeitsplätze. Amazon hingegen suchte bundesweit rund 60 neue Mitarbeiter über die eigene Website. Für technikaffine Jobsuchende lohnte sich auch der Blick auf die Seiten von Alternate GmbH (rund 40 Stellen), Cyberport und Notebooksbilliger GmbH (je über 20 Stellen).

Viele E-Commerce-Unternehmen setzen bei der Personalsuche auf die eigenen Websites.
Viele E-Commerce-Unternehmen setzen bei der Personalsuche auf die eigenen Websites.

Auch die Hybrid-Händler setzen bei der Arbeitnehmersuche stark auf die eigenen Jobbörsen: Neben Lidl (14.177 Jobs) werben auch IKEA und Media Markt mit über 400 bzw. 240 offenen Jobs um neue Mitarbeiter. 

Lukas Jeznach, Director Business Development DACH bei Nethansa, kommentiert:

“Die E-Commerce-Branche gehört zu den wenigen Gewinnern der Krise. Um die steigende Nachfrage zu beantworten, benötigen sie dabei neue Mitarbeiter und schreiben reihenweise Stellenanzeigen aus.”

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